Der Blutmond – eine Himmelserscheinung mit vielen Mythen

Der Himmel übte schon auf die frühe Menschheit eine besondere Faszination aus. Vor allem weil es zahlreiche Phänomene gab, die sie sich nicht erklären konnten. Dazu gehört auch der sogenannte Blutmond. Heute tritt der rötlich verfärbte Mond noch immer auf, und zwar in Verbindung mit einer Mondfinsternis. Die Wissenschaft hat dieses Phänomen mittlerweile entmystifiziert, und wie es zur roten Farbe auf dem Mond kommt, ist bekannt. Dennoch behielt der Blutmond etwas Mystisches. In vielen heidnischen Kulturen war der Blutmond ein schlechtes Omen. Dieser Glauben wurde teilweise bestärkt, weil genau in dieser Nacht Unglücksfälle auftraten. Der römische Kaiser Augustus beispielsweise starb kurz nach dem Erscheinen eines Blutmondes. Noch heute wird er von Menschen, die sich stark nach dem Mondkalender richten, nicht als besonders positiv empfunden.


Was ist der Blutmond?

Am 21. Januar 2019 war es wieder soweit: Eine Mondfinsternis mit einem Blutmond stand an. Für etwa 1,5 Stunden war der rote Mond zu sehen, während sich die Erde vor die Sonne schob und damit einen Schatten auf den Mond legte. Der Mond selbst verfärbt sich natürlich nicht rot, er wird lediglich rötlich von der Erde angeleuchtet. Dies passiert meist bei einer totalen Mondfinsternis. Übrigens kann das Phänomen nur bei Vollmond auftreten.


Was ist eine totale Mondfinsternis?

Es gibt unterschiedliche Formen von Mondfinsternis. Bei der totalen Mondfinsternis bewegt sich die Erde in ihrer Umlaufbahn zwischen Sonne und Mond. Dadurch wird der Mond von ihr beschattet. Je nachdem wie die Umlaufbahn ist, wird der Mond nur teilweise oder, im Falle einer totalen Mondfinsternis, zur Gänze beschattet.


Wie kommt es zur roten Färbung?

Die rötliche Färbung am Mond entsteht durch die spezielle Lichtbrechung. Grundsätzlich sendet die Sonne Licht in allen Farben inklusive Weiß. Trifft das Licht auf die Atmosphäre, wird es durch diese gebrochen. Dadurch erscheint der Himmel blau oder die Wiese grün. Dadurch, dass das Licht der Sonne auf den Mond ohne Brechung trifft, erscheint der Mond in einem weißen Farbton.

Durch den Umstand, dass sich die Erde zwischen Mond und Sonne schiebt, sorgt sie für eine Brechung des Lichtes. Dadurch wird das Licht wieder in einzelne Farben aufgespalten. Durch den speziellen Winkel der Erde treffen lediglich rote Lichtwellen auf den Mond, wodurch dieser rötlich erscheint.


Was sagt die Farbe über die Erdatmosphäre aus?

Ein Blutmond ist für die Wissenschaft ein interessantes Phänomen, denn darüber lassen sich auch Aussagen über den Zustand der Erdatmosphäre treffen. Während sich die Beobachter von einer Mondfinsternis über eine schöne intensive rötliche Färbung freuen, ist das für Wissenschaftler nicht unbedingt ein Grund zu jubeln.

Je dunkler der Blutmond ist, umso verunreinigter ist die Atmosphäre der Erde. Dies kann auch natürliche Ursachen, wie den Ausbruch eines Vulkans haben. Im Jahre 1991 brach auf den Philippinen der Vulkan Pinatubo aus und kurz darauf gab es eine Mondfinsternis. Durch die Verunreinigung der Atmosphäre war der Mond fast gar nicht mehr zu erkennen, da die Atmosphäre derartig verschmutzt war, dass die Lichtwellen nicht mehr gebrochen wurden.

Die Forschung hat dafür sogar eine vierstufige Skala entwickelt. Grundsätzlich ist jedoch nur ein zartes kupferfarbenes Rot besser als eine dunkelrote bis bräunliche Färbung.


Gibt es bei jeder Mondfinsternis einen Blutmond?

Nicht bei jeder Mondfinsternis gibt es einen Blutmond zu sehen. Neben der Verschmutzung der Atmosphäre beeinflusst auch die Stellung der Erde zwischen Mond und Sonne, ob sich der Mond rötlich verfärbt. Die größte Wahrscheinlichkeit einen Blutmond zu sehen ist bei einer totalen Mondfinsternis.

Es wurde aber auch bei einer partiellen Mondfinsternis eine rötliche Färbung des beschatteten Teils des Mondes beobachtet. Dies war das letzte Mal am 16. August 2008 der Fall. Der Mond wurde zu 2/3 beschattet. Der beschattete Teil erschien rötlich, während das verbleibende Drittel weiß blieb.


Warum erscheint der Mond manchmal rötlich ohne Mondfinsternis?

In den Sommermonaten lässt sich auch ohne Mondfinsternis eine rötliche Färbung beobachten. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Blutmond, sondern um den sogenannten Erdbeermond. Dieses Phänomen entsteht dadurch, dass der Mond sich sehr nahe dem Horizont befindet. Der Mond bekommt dadurch das gebrochene Licht der Dämmerung ab und kann dadurch rötlich erscheinen.

Seine Namen „Erdbeermond“ hat er deshalb, weil die Färbung im Juni auftritt und der Vollmond zu dieser Zeit bei einem afrikanischen Stamm den Beginn der Erdbeerernte markierte.