Minimond-Was ist das genau?

Immer wieder diskutieren wir über die für uns Menschen sichtbare Größe des Mondes. Während er in einigen Nächten groß, rund und füllig erscheint, sehen wir ihn in anderen Nächten nur als daumengroßer Punkt am Himmel. Dies wird als Minimond bezeichnet, aber worum handelt es sich dabei genau und wann erscheint der nächste?


Was ist ein Minimond?

Befindet sich der Mond während der Neumond- oder Vollmondphase am entferntesten Punkt seiner Umlaufbahn, spricht man allgemein von einem Mini- oder Mikromond. Unser Erdtrabant erscheint von der Erde aus betrachtet dann besonders klein.


Mini-/Mikromond – Definition

Der Ausdruck Mini- oder Mikromond ist in der Astronomie kein anerkannter Begriff. Es gibt für das Phänomen aus diesem Grund auch keine offiziell gültige Definition oder Begriffserläuterung. Die Berechnungen basieren grundsätzlich auf den folgenden Grenzwerten:

– Ein Mini-Mond ist ein Neumond oder ein Vollmond, der vom Mittelpunkt der Erde mehr als 405.000 Kilometer entfernt ist.
– Ein Super-Mond ist ein Vollmond oder ein Neumond, der vom Mittelpunkt der Erde höchstens 360.000 Kilometer entfernt ist.


Wann ist der nächste Minimond auf der Erde zu sehen?

Der nächste Mini-Vollmond wird noch in diesem Jahr erwartet. Am 14. September 2019 um 6:32 MEZ wird sich der Mond in seiner Umlaufbahn am entferntesten Punkt von der Erde befinden. Die Entfernung vom Mond zu unserem Planeten beträgt zu dieser Zeit 406.377 Kilometer.

Bis zum nächsten Mini-Neumond müssen wir uns hingegen noch etwas länger gedulden. Dieser wird erst im kommenden Jahr, am 24. März 2020 um 10:28 Uhr MEZ, erscheinen. Unser Erdtrabant erreicht am selben Tag um 16:33 Uhr MEZ seinen erdfernsten Punkt. Die Entfernung bis zur Erde beträgt rund 406.692 Kilometer.


Die Entfernung vom Mond zur Erde ändert sich

Die Entfernung des Mondes zur Erde schwankt von Tag zu Tag, weil dessen Umlaufbahn ellipsenförmig verläuft. Je nachdem, auf welchem Teil sich der Mond auf seiner ca. 29-tägigen Umlaufbahn gerade befindet, ist die Entfernung mal größer und mal kleiner. Die Distanz zur Erde beträgt im Durchschnitt etwa 382.900 Kilometer.

Die kleinste Entfernung zwischen unserer Erde und dem Mond wird als Perigäum bezeichnet. Die größte Entfernung zur Erde bezeichnen Astrologen hingegen als Apogäum.


Mini-Vollmond und Mini-Neumond

Wenn sich der Mond während der Vollmondphase den entferntesten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht hat (Apogäum), kommt es zu dem Phänomen des Mikro-Vollmondes oder Minimondes. Geschieht dies hingegen während der Neumondphase, ist von einem Mikro-Neumond die Rede.


Wie viel kleiner ist ein Mini-Vollmond oder Mini-Neumond?

Im Vergleich zu einem Supermond erscheint ein Mikromond rund 12 bis 14 Prozent kleiner. Dabei verkleinert sich natürlich auch die Fläche, die das Licht der Sonne reflektiert, sodass ein Mikro-Vollmond grundsätzlich etwas weniger hell erscheint.

Im Grunde erscheint der Mond von der Erde aus betrachtet größer, wenn er sich direkt am Horizont befindet. Dieses Phänomen wird als Mondtäuschung bezeichnet und lässt sich eher psychologisch als astronomisch erklären.


Mikromond schwächt die Gezeiten

Bekannterweise werden die Gezeiten in erster Linie von der Anziehungskraft des Mondes beeinflusst und ausgelöst. Bilden Sonne und Mond annähernd eine Linie mit unserem Planeten, ist der Tidenhub bei Vollmond und Neumond besonders groß. Dieses Phänomen wird im Allgemeinen auch als Springtide oder Springflut bezeichnet. Wird die Springflut durch einen Supermond ausgelöst, ist aufgrund der geringeren Entfernung der Unterschied zwischen Ebbe und Flut in der Regel noch größer.

Bei abnehmendem Halbmond und zunehmendem Halbmond sind die Tide am kleinsten. Diese werden Nipptiden genannt. Wenn sich der Mond noch zusätzlich am erdfernsten Punkt der Umlaufbahn befindet – es also zu einem Minimond kommt – fallen die Tiden meist noch deutlich kleiner aus.


Wussten Sie schon…?

Die Sonne und der Mond am Himmel sind etwa gleich groß. Erreicht der Mond die Vollmondphase erscheint er in der Nacht genauso groß am Himmel, wie die Sonne tagsüber. Zwar ist die Sonne etwa 400-mal größer als der Mond, dafür ist sie aber auch 400-mal weiter von unserem Planeten entfernt. Da sich dies also ausgleicht, erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus gleich groß.