Mondfinsternis: Das Phänomen verständlich erklärt

Mondfinsternis-Erklärung

Hin und wieder können wir ein faszinierendes Spektakel am Himmel beobachten. Eines der außergewöhnlichen Ereignisse wird von Astronomen als Mondfinsternis bezeichnet. Aber was genau ist das und wie entsteht sie?


Was ist eine Mondfinsternis?

Während wir bei der letzten Sonnenfinsternis im Jahr 1999 beobachten konnten, wie der Kernschatten des Mondes auf die Erde fällt, kommt es bei einer Mondfinsternis genau zum Gegenteil: Der Schatten unserer Erde schiebt sich genau über den Mond. Da unser Planet jedoch deutlich größer ist als der Mond, sind die Folgen, die sich daraus ergeben, ganz unterschiedlich.

Durchquert bei Vollmond der Erdtrabant die Erdbahn und damit auch den Erd-Schatten, kommt es zu einer Mondfinsternis. In der Regel kommt es etwa zweimal im Jahr zu diesem Spektakel. Die Bahn des Erdtrabanten ist um 5,1 Grad gegen die Erdbahn geneigt, sodass der Mond auf seiner Umlaufbahn oberhalb und unterhalb des Erdschattens um bis zu 37 000 Kilometer vorbeiziehen kann. Aus diesem Grund entsteht bei jedem erneuten Umlauf eine Mondfinsternis.


Die totale Mondfinsternis

Bei einer totalen Mondfinsternis liegt der Mond vollständig im Kernschatten der Erde. Die Sonne ist vom Mond aus betrachtet also vollständig von der Erde bedeckt. Dennoch herrscht auf dem Mond auch während einer Finsternis nicht völlige Dunkelheit, denn ein Teil des Sonnenlichts wird durch die Erdatmosphäre gebrochen und in die Schattenregion gelenkt. Vom Mond aus betrachtet erscheint es dann so, als würde der Rand der Erde rot glühen. Der Mond erstrahlt von der Erde aus gesehen hingegen in einem düsteren Braun-rot oder Kupferrot.


Wie unterscheiden sich Mondfinsternisse?

Je nachdem, wie stark der Mond in den Erdschatten eintaucht, hat dies unterschiedliche Auswirkungen. Tritt der Erdtrabant nur teilweise in den Schatten ein, wird dies als partielle Mondfinsternis bezeichnet. Der Schattenrand, den die Erde wirft, wird auf der Oberfläche des Mondes abgebildet und ist von der Erde aus als Kreisbogen sichtbar. Bereits die alten Griechen schlossen aus dieser Kreisform des Erdschattens, dass die Erde eine Kugel sein muss.

Darüber hinaus kommt es auch zu sogenannten Halbschatten-Finsternisse, die wird von der Erde aus jedoch kaum wahrnehmen. Bei diesen durchquert der Mond nur den hellen Halbschatten der Erde. Damit erreicht nur noch ein signifikanter Teil des eigentlichen Sonnenlichts den Mond. Der Teil des Mondes, der am nächsten an den Kernschatten heranreicht, erscheint dabei deutlich dunkler. Zudem befindet sich in der Regel nur ein Teil des Mondes im Halbschatten der Erde, da der Halbschatten, der den Kernschatten ringförmig umschließt, im Durchmesser nur etwa halb so breit ist, wie der Mond-Durchmesser selbst.


Wie oft kommt es zu einer totalen Mondfinsternis?

Halbschattenfinsternisse treten ungefähr halb so häufig auf, wie Kernschattenfinsternisse. Bei der Hälfte der Kernschattenfinsternisse handelt es sich wiederum um totale Mondfinsternisse. Da der Erdtrabant in diesem Jahrhundert den Erdschatten allerdings häufiger als gewöhnlich durchquert, kommt es auch zu deutlich mehr totalen Mondfinsternissen, wohingegen die Zahl der partiellen Mondfinsternisse sinkt. Die letzte totale Finsternis konnten wir am 21.01.2019 beobachten, die nächste wird am 16.05.2022 stattfinden.